1. Göttinger RTF


Sommer, Sonne und kaum ein Lüftchen regt sich an diesem Samstagmorgen. Perfektes Rennradwetter, wie bestellt für die erste Radtourenfahrt (RTF) des RSC Göttingens – nur ein paar Grad kühler könnte es sein. Die Temperatur nähert sich bereits wieder der 30°C-Marke in diesem Jahrhundertsommer. Unbeeindruckt davon die fast 300 Rennradfahrer am Eingang des Jahnstadions, die den Hinweisen von Tourorganisator Jonas Arlt zuhören und gespannt auf den Startschuss warten.

Fast ein Jahr Vorbereitung steckt in dieser RTF Göttingen. Von der Planung, dem Einholen von Genehmigungen, bis zum Einkauf von Verpflegung und Getränken – das RTF-Team des RSC Göttingens hat im verstrichenen Jahr das große 1×1 der RTF Organisation lernen müssen. Zum Glück hatten sie hierbei Hilfe von anderen Radsportclubs der Region, wie dem Cicliclub Northeim, dem VCE Duderstadt und dem RSC Einbeck, die das Projekt mit Rat und Tat unterstützt haben.

Kurz nach 9 Uhr fällt schließlich der Startschuss und die Fahrer begeben sich auf die wahlweise 125 km oder 75 km lange Strecke durchs Göttinger Umland – Das Besondere einer RTF: Die Teilnehmer können sich bis zur Teilung noch überlegen welche Route sie einschlagen wollen.
„Es ist primär kein Rennen“, berichtet Jonas Arlt, „auch wenn sich die Fahrer zuweilen an den Anstiegen messen und die Muskeln spielen lassen. Das Ziel ist die Bewältigung der Strecke und der Spaß am gemeinsamen Hobby – dem Radfahren“.

Gemeinsam nach Jühnde startend, führt die kurze Strecke nach dem Abzweig über Mollenfelde weiter nach Gleichen, ehe sie sich wieder über Bremke und Ballenhausen, aus südlicher Richtung, Göttingen nähert. Die große Schleife beinhaltet zusätzlich eine rasante Abfahrt durch den Bramwald nach Hemeln und verläuft dann längs der Weser und Werra durch Hannoversch Münden bis nach Gertenbach. Nach dem Aufstieg durchs Hübenbachthal, vorbei an Schloss Berlepsch, läuft die Strecke in Mollenfelde wieder mit der Kurzstrecke zusammen.

„Für den Aufstieg zum Schloss Berlepsch haben wir uns eine kleine Besonderheit überlegt“, erzählt Arlt; „Fahrer, die ihre Tour auf der Onlineplattform Strava hochladen, haben die Möglichkeit an einer Bergwertung teilzunehmen.“

Die Topfahrer dieses RTF-Samstags legten den 2,5 km langen Anstieg in unter 7 min zurück und katapultierten sich so direkt in die Top 5 der Fahrer, die diesen Anstieg je bezwungen haben. Zum Bergkönig der Veranstaltung und des Segmentes überhaupt krönte sich Max Maletzki vom VCE Duderstadt mit einer Zeit von 6m:27s. Bei den Damen setzte sich Petra Schildwächter mit einer Zeit von 8m:27s klar gegen ihre Konkurrentinnen durch.

Zurück am Jahnstadion wartete auf die Finisher bereits ein üppiges Kuchenbuffet. Bei Kaffee und Kuchen oder dem ein oder anderem isotonischen Kaltgetränk, konnten die geleerten Energiespeicher wieder aufgefüllt und das gemeinsame Radsporterlebnis gefeiert werden.
„Wir sind sehr froh, dass wir so viele Teilnehmer hatten. Die zufriedenen Gesichter der Radsportler im Zielbereich, machen die Mühen im Vorfeld der Veranstaltung mehr als wett“, resümiert Arlt und ergänzt bezüglich des Einzugsgebietes, „Die meisten Teilnehmer sind aus dem Raum Göttingen, aber es waren auch viele Fahrer aus Kassel, Hannover und dem Südharz am Start – ja sogar ein Hamburger und ein Fahrer aus Cottbus finden sich in unserer Starterliste wieder.“

Die Teilnehmerzahlen, sowie das überwiegend positive Feedback lassen keine Zweifel aufkommen: Premiere geglückt. Das sieht auch André Kayser vom Radsportverband Niedersachen so, der bei Facebook berichtete: „Alles richtig gemacht: tolle Start Location und Strecke an Weser und Werra entlang und über die Göttinger Alpen. Gerne mehr davon!“

Und mehr davon soll es geben. Davon sind Arlt und sein Team bereits jetzt überzeugt: „Es gibt im nächsten Jahr auf jeden Fall eine zweite Austragung. Wir sind motiviert und die Planung beginnt bereits jetzt. Wir haben viel Feedback bekommen und hoffen im nächsten Jahr eine noch bessere Veranstaltung bieten zu können. Vielleicht kommt auch noch eine weitere Streckenlänge hinzu“, verrät er bereits jetzt.

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